„Minerva,“ meinte er verschlossen. Die rot markierten Zaubertränke Essays hielt er geknüllt in seinen Händen.
„Das Shirt gefällt mir. Woher ha...“
„Oh, Merlins Segen! Malfoy! Frag Malfoy, den kleinen Streber! Und jetzt verschwinde!“ Er wollte die Tür zuschlagen, aber mein Fuß hatte dem schon vorgebeugt.
„Poppy macht Ferien, deshalb wollte ich wissen, ob du etwas Kater-Trank hast. Und schreie mich nicht an. Bitte.“
Er seufzte. „Und ich habe so sehr gehofft ich könnte dir bis zum nächsten Jahr aus dem Weg gehen. In Ordnung; ich sehe nach.“ Er winkte mich herein und ich trat in sein Quartier. Wartend stand ich in seinem Wohnzimmer, während er die Tür öffnete, die direkt zu der Kammer mit Zaubertränken seiner Wohnung führte. Ich sah ihm diskret zu wie er die Regale und Schubladen öffnete und sie dann wieder zuschlug.
Als er zurückkam sah er ziemlich missgelaunt aus. „Ich selber führe den Trank nicht und es scheint, dass meine Vorrate von Mistelzweigen geraubt wurden - zweifellos für kitschige Verwendungen - sodass ich dir keinen brauen kann. Meine Lieferungen für das nächste Jahr werden noch nicht so bald ankommen,“ sagte er und fügte dann mit großem Widerstreben hinzu: „Wir könnten in Poppys Vorräten nachsehen. Die Schüler haben kaum Zugang zu ihrem Bestand.“
Ich hatte geplant, Severus von seiner gewöhnlichen Routine, durch die Schule zu stapfen und nach Unruhestiftern zu suchen, abzuhalten, sodass Hermine ihre wunderbare Weihnachtsidee fertig stellen konnte, ohne dass er ihre verdächtige Verspätung zum Fest bemerkte. Eine Stunde Aufschiebung in den Kerkern wäre perfekt gewesen, aber eine Stunde im Krankenzimmer war ein knapper Sieg. Ich nickte zustimmend und wünschte sofort, ich hätte einfach etwas gesagt. Au. Mein Kopf brauchte wirklich eine Kur. Wann würde ich endlich lernen, dass niemand Albus beim Feiern überlegen ist?
Severus warf seine Hände in der Niederlage hoch, was ihn noch mehr als sonst wie eine zu groß geratene Fledermaus aussehen ließ. „Ich weder mir nur noch etwas anziehen,“ sagte er und verschwand in seine Zimmer. Er kam schnell wieder, sah wie eine viel ordentlichere Fledermaus aus, brachte mich hinaus, verschloss seine Tür und schickte mich aus denen Kerkern.
„Miss Granger hat mir von ihrem Abenteuer gestern Nacht erzählt.“ sagte ich.
„Das habe ich mir schon gedacht.“ Severus steckte seine Hände in die Taschen und begünstigte mich mit einem eisigen Blick.
„Sie schien sehr angetan von dir.“ Sagte ich und musste mir ein undamenhaftes schallendes Gelächter verkneifen.
Severus registrierte schwache Überraschung, rollte dann mit den Augen. „Sag ihr, sie soll sich hinter allen Slytherin Mädchen anstellen. Und hinter Voldemort.“
„Voldemort!?“
„Doch als ich das letzte Mal bei einem Treffen war, war er ganz begeistert von mir.“
„War er nicht.“
In Severus’ Augen glomm ein Schatten von etwas, was verdächtig nach Humor aussah.“ „War er doch. Hey, ich nehme Veritaserum und werde dir genau das gleich erzählen.“
Ich zog meine Augenbraue hoch. „Habe ich nicht neulich gehört, dass du resistent gegen Veritaserum geworden bist, indem du es jeden Tag nimmst? Du würdest mir nur Lügengeschichten erzählen.“
Severus warf mir einen kurzen stechenden Blick zu. „Albus hat es dir erzählt. Brillant. Hmm. Du traust mir wohl nicht weiter über den Weg als du mich werfen könntest, nicht wahr?“
Das ist nicht wahr. Ich traue ihm wirklich. Albus hat mir erzählt, wenn Severus in Gefahr ist, kann er unter Veritaserum gut genug lügen um sowohl Voldemort als auch Fudge zum Narren zu halten. Aber wenn ihm keine Gefahr droht sind die Worte aus einem Mund ungeschminkte Wahrheit, unschön und unappetitlich. Meistens zumindest. Wenn er es wirklich will, kann er über alles lügen.

Ich hakte mich bei ihm ein. „Ach ich weiß nicht. Würde ich dich in eine Schildkröte verwandeln, ich wette ich könnte dich ziemlich weit werfen.“
„Ohhhh. Droh mir noch mal. Du weißt, dass ich das liebe.“ Und so ist es tatsächlich. Severus ist normalerweise sehr reservierst, ja schüchtern, er kann mit Komplimenten genauso schlecht wie mit Kritik umgehen. Er wird wütend, wenn er über seine Vergangenheit reden soll, depressiv, wenn es um seine Zukunft geht und an Smalltalk hat er überhaupt kein Interesse. Es bleibt also nur übrig ihn mitleidslos zu necken, und wenn man vorsichtig ist, scheint er es wirklich zu mögen.
Und natürlich kann Severus genauso gut austeilen, wie er einstecken kann. Wir kamen gerade ins Schloss, nur um einen grinsenden Draco Malfoy zu sehen als Hermine in einem sehr vertrauten Shirt vorbeikam. Severus hätte fast laut gelacht. „Sieh mal, Minerva, der junge Malfoy hat deinen hellsten, kleinen Stern in einen Slytherin-Cheerleader verwandelt. Was für ein Zauberer!“

So ärgerlich es auch war, gerade in diesem Moment kam Hagrid um die Ecke, der nie ein Geheimnis für sich behalten kann, auch wenn er es verspricht. Ich habe Hermine versprochen, ihr mit der Überraschung zu helfen und es würde keine Überraschung werden, wenn wir hier blieben. Ich nahm also Severus beim Arm und zog ihn von der kleinen Gruppe weg, in Richtung Krankenzimmer.
Als wir außer Sicht waren, schaute ich ihn an. Er lächelte immer noch ein bisschen.
Wie gefällt dir Weihnachten?“ Fragte ich ihn.
„Adäquat,“ sagte er.
„Was würde es perfekt machen? Sag mir, was möchtest du WIRKLICH zu Weihnachten?
Voldemort Kopf auf einem silbernen Tablett,“ saget er und schaute mich so hoffnungsvoll an, als ob ich genau jetzt so etwas abscheuliches aus meinen Roben hervorholen und es ihm überreichen würde.“
Ich lachte und suchte in meinen Taschen. „Wie wäre es stattdessen mit einem Schokofrosch?“
„Hmm,“ sagte er unverbindlich, aber er nahm den Frosch.
Wir traten ins Krankenzimmer und Severus ging direkt zu Poppys Vorrat. Er durchsuchte ihre Bestände, sagte „Hah!“ als er Mistelzweige fand, und begann den Zaubertrank vorzubereiten.“
Er ist hier der jüngste Lehrer und, außer den ewig wechselnden Verteidigung gegen die dunklen Künste Lehrern, der neueste. Ich erinnere mich noch an die Zeit als er hier Schüler war. Und manchmal vergesse ich, dass die Zeit vergeht und er schon seit Jahren hier ist, aber das ist er und das zeigt sich auch. Ich sah ihm zu wie er den Trank mit der Ruhe mischte, die nur ein Meister bewahren kann. Ich riskierte noch einmal Smalltalk. „Unterrichtest du gerne,“ fragte ich ihn.
„Ja.“ Er sah mich erstaunt an. Ha! Du hast nicht aufgepasst.
„Warum,“ fragte ich ihn. Merlin, wie viel habe ich gestern getrunken? Ich glaube ich bin immer noch betrunken.
„Ich bin gerne jeden Tag im Labor und ich terrorisiere gerne Kinder. Unterricht kombiniert meine beiden liebsten Hobbys.
Ich lachte darüber, worauf er spöttisch lächelte. „Warum glaubst du, dass ich Witze mache. Albus hat dir erzählt, dass ich ständig unter Veritaserum stehe, du elendes Weib. Hör auf mir so dämliche Fragen zu stellen.
Er nahm den Zaubertrank vom Feuer, füllte ihn in irgendeine Tasse, garnierte ihn mit etwas, was als Nacktschneckenessenz gekennzeichnet war und gab es mir.
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